DAS PROJEKT
"Schach im Kindergarten"
Auslöser für das Projekt war meine Tochter Sarah. Sarah erlernte mit 2,5 Jahren aus eigenem Antrieb heraus die Regeln des Schachspiels. Die Beobachtungen während dieser Lernphase und der Nachfolgezeit (2002-2005) motivierten mich zu prüfen, ob dies ein Einzelfall ist, oder ob wir unseren KiGa-Kindern zu wenig zutrauen. Dies war der Grundstein für einen Praxisversuch und einer wissenschaftlichen Studie. Vorraussetzung für die Projekt-Umsetzung war für mich, dass die KiGa-Kinder das Schachspiel freiwillig und mit Freude erlernen wollten.
"Schach im Kindergarten" wurde bisher in zwei Phasen durchgeführt. Im Jahre 2006 startete das
Pilotprojekt als Praxisversuch in 157 Kindergärten des
Ennepe-Ruhr-Kreises. Nach einem erfolgreichen Abschluss mit erstaunlichen Ergebnissen, stellte die Stiftung
Mercator für eine wissenschaftliche Studie die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung.
Diese Studie, die als Grundlage für eine landes- und bundesweite
Anwendung dienen soll, hatte die Aufgabe zwei Fragen zu beantworten:
"Fördert Schach die Entwicklung bzw. die Persönlichkeit von
Kindergartenkindern?"
"Ist das Schachspiel ein pädagogisches Hilfsmittel für
Erzieher(-innen) in Kindergärten/Kindertagesstätten?"
Die Studie hat beide Fragen positiv beantwortet. Auch stellte sie fest, dass Schach spielerisch und richtig eingesetzt, ein pädagogisches Hilfsmittel ist. Hierzu reicht es allerdings nicht aus, den KiGa-Kindern das Schachspiel zu vermitteln. Dies auch nicht durch Schach-Unterricht. Es bedarf einer Umsetzung nach den Erkenntnissen der beiden Projektphasen. Mit diesen Erkenntnissen ist es möglich, dass Kinder ab einem Alter von 3 Jahren durch den Einsatz des pädagogischen Hilfsmittel "Schach" deren Charakterbildung positiv beeinflusst wird. Ziel ist es nicht, KiGa-Kinder zu "kleinen" Schachspieler zu machen. Des Weitern hat die Studie nachgewiesen, dass sich die Konzentrationsdauer und Merkfähigkeit sowie das Selbstvertrauen und die Lust auf neue Lernabenteuer der Kinder verbesserte - wichtige Voraussetzungen für ihre Kommunikationsfähigkeit und den Erwerb der Kulturtechniken wie Lesen, Rechnen und Schreiben.
Die Durchführung erfolgte in zwölf
Kindergärten und Familienzentren mit rund 500
Kindern denen das Schachspielen unter wissenschaftlicher
Begleitung ermöglicht wurde.
Am Weltkindertag 2008 fand in den Vereinsräumen des Schachvereins
Hattingen e.V. die erste große Projekt-Veranstaltung der zweiten Phase statt. Mit
den Erzieherinnen wurden organisatorische Fragen abgestimmt, die
wissenschaftliche Konzeption dargelegt, ein Arbeitskreis gebildet, allgemeines über
Schach berichtet und es wurde auch das Schachspiel erlernt.
Im Projekt involviert waren neben den Kindergärten die
Wissenschaftlerin Frau Dr. Bönsch-Kauke mit den Schwerpunkten
Pädagogische Psychologie, Sozialpsychologie, Empirische
Bildungsforschung, Spielpsychologie und Spieltheorie, der
Schachbund NRW e.V. für die Ausbildung der Erzieherinnen und Eltern, Dr. Ernst Bönsch Leiter der Trainerakademie des
Weltschachverbandes FIDE in Berlin, die Fachschule für
Sozialpädagogik am Berufskolleg des Ennepe-Ruhr-Kreises in
Hattingen und viele viele Andere.
Geendet hat das Projekt mit einem schachlichen Kinderfest
in der Gebläsehalle in Hattingen. Diese Veranstaltung fand
am 18. Oktober 2009 mit ca. 2.500 Beuschern statt. Für diese Veranstaltung konnten
als Förderer die Stadt Hattingen und der Energieversorger die
AVU gewonnen werden.
Schirm"herren" des Projektes sind die Landtagspräsidentin des
Landes NRW Regina van Dinther, sowie Prof. Dr. Robert K. Freiherr
von Weizsäcker, DSB-Präsident. Botschafterin des Projektes ist die First-Lady von NRW, Frau Angelika Rüttgers.
An dieser Stelle gilt unser Dank allen oben erwähnten Personen und Einrichtungen. Ein besonderer Dank geht an Herrn Dr. Arnim
Brux, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises, der einen großen Anteil
am bisherigen Erfolg des Projektes hat.

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